Aktuelle News von DIJV

Die DIJV hat sich dieses Jahr bei dem Jahrestreffen der Deutsch-indischen Handelskammer mit einem Stand präsentiert. Der Stand stieß auf reges Interesse bei den Teilnehmern und wurde durch zwei Vorstandmitglieder vertreten, siehe hier und hier.

 

 
 
 

Erfahrungsbericht Nr. 1

Wahlstation an der Indo-German Chamber of Commerce (IGCC) (Deutsch-Indische Handelskammer, DIHK) Regionalbüro Kalkutta

Zuweisungszeitraum: 12.12.1997 - 5.4.1998

Verfasser: Stephan Thomae

Stand: April 1998

1. Deutsch-Indische Handelskammer

Die Deutsch-Indische Handelskammer (DIHK) ist mit über 6000 Mitgliedsfirmen in Indien und Deutschland eine der größten bilateralen Handelskammern der Welt. Sie hat ihren Sitz in Bombay (heute Mumbai) und verfügt daneben über Regionalbüros in Delhi, Kalkutta, Madras (heute Chennai) und Bangalore sowie über ein Verbindungsbüro in Düsseldorf. Zu ihren vielfältigen Aufgaben gehören neben der Rechtsberatung und der Hilfestellung in Rechtsstreitigkeiten zwischen indischen und deutschen Unternehmen die Suche nach Herstellern oder Abnehmern, Beratung und Hilfestellung in Handel, Zusammenarbeit und Joint Ventures in jedem Stadium, Auskünfte jeder Art, die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift in englischer Sprache (Indo-German Economy) für die indischen Mitglieder sowie einer weiteren in deutscher Sprache (Deutsch-Indische Wirtschaft) für das deutsche Publikum, die Planung und Durchführung von Wirtschaftsdelegationsreisen, die Assistierung bei Handelsmessen und vieles mehr.

2. Rechtliche Betätigung

Das Regionalbüro Kalkutta besteht aus der Handelsabteilung und der Rechtsabteilung. Die Handelsabteilung besteht aus dem Regional Director und zwei Sachbearbeiterinnen für Handelsmessen, Export/Import, Mitgliederverwaltung, Buchhaltung etc. Die Rechtsabteilung besteht aus dem jeweiligen Rechtsreferendar (Legal Adivsor) und einer Sachbearbeiterin, die außerdem Adressenrecherchen vornimmt, Übersetzungen anfertigt und an der Rezeption sitzt. Schließlich gibt es noch das in Indien übliche Personal: den Fahrer und drei Boten (peons), die für verschiedene einfache Tätigkeiten zur Verfügung stehen, wie Botengänge, Einkäufe, Reinigungsarbeiten, Photokopieren, Postein- und ausgänge usw. Der Regional Director und der Legal Advisor verfügen über ein eigenes Zimmer, alle Arbeitsplätze sind mit Telephon und Computer ausgestattet.

Den Rechtsreferendaren an der Deutsch-Indischen Handelskammer in Kalkutta obliegt in der Rechtsabteilung die selbständige Bearbeitung sogenannter Claim Cases, also von Beschwerdefällen indischer gegen deutsche oder deutscher gegen indische Unternehmen. Die DIHK übernimmt auf Verlangen den Versuch, als neutrale Vermittlerin eine gütliche Einigung zwischen den Parteien zuwege zubringen.

Die Antragstellerin (Applicant) wendet sich regelmäßig an die DIHK unter Angabe des Sachverhalts, des Forderungsbetrags (claim amount) und mit der Bitte, als neutrale Vermittlerin (neutral mediator) eine gütliche Einigung (amicable settlement) zustande zu bringen. Der Rechtsreferendar hat dann zunächst die örtliche Zuständigkeit des eigenen Regionalbüros zu überprüfen.

Die Antragstellerin hat sodann eine Einverständniserklärung (declaration of approval) zu unterzeichnen, wonach sie sich mit der Bearbeitung des Falles durch die DIHK einverstanden erklärt und die streitwertabhängige Honorarordnung (fee schedule) der DIHK akzeptiert. Da Mitglieder der DIHK nur den halben Gebührensatz zu bezahlen haben, muß jeweils überprüft werden, ob die Antragstellerin Mitglied der DIHK ist und die fälligen Mitgliedsbeiträge gezahlt hat.

Solange die Einverständniserklärung noch nicht unterzeichnet und die streitwertabhängige Grundgebühr (registration fee) noch nicht bezahlt ist, wird der Fall als Potential Claim Case unter einem PCC-Aktenzeichen (PCC-Jahr-Lfd.Nr.) geführt. Sobald die Einverständniserklärung vorliegt und die Grundgebühr bezahlt ist, wird der Fall als Claim Case unter einem CC-Aktenzeichen (CC-Jahr-Lfd.Nr.) registriert.

Nach Übergabe aller Akten und in der Regel gründlicher Besprechung des Falles unter rechtlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten verfaßt der Rechtsreferendar ein erstes Anschreiben an die Antragsgegnerin (Opponent), in dem die Forderungen der Antragstellerin und der die Forderung begründende Sachverhalt (facts) vorgetragen werden. Sodann wird die Rolle der DIHK erläutert und der Antragsgegnerin der Vorschlag unterbreitet, mit der DIHK als Vermittlerin eine gütliche Einigung auf der Basis einer juristisch vertretbaren und wirtschaftlich akzeptablen Lösung zu finden. Oft erweist es sich als hilfreich, auf deutscher Seite die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) zumindest in Kenntnis zu setzen.

Bei geschickter Verhandlungsführung läßt sich in mehr als der Hälfte der Fälle ein Kompromiß erzielen; oft ist der Weg zu einer Einigung frei, sobald der häufig emotional aufgeheizte Disput zwischen den Parteien auf eine sachliche Ebene zurückgeführt wird und Mißverständnisse und gegenseitige Verdächtigungen durch geduldige Erklärungen beseitigt worden sind.

Sollte die Vermittlungstätigkeit der DIHK scheitern und eine gütliche Einigung nicht erzielt werden können, ist den Parteien die rechtliche Situation unverbindlich darzulegen. Sofern indisches Recht zur Anwendung (jurisdiction) gelangt, muß hierzu ein örtlicher Anwalt hinzugezogen werden. Die DIHK verfügt hierfür über ein Anwaltsverzeichnis (lawyer’s list) und Kontakte zu örtlichen Anwälten.

Nach Abschluß des Falles wird eine Rechnung über die Nebenkosten (Telekommunikationsgebühren, Übersetzungskosten) erstellt, bei erfolgreichem Abschluß des Falles wird ein erfolgswertabhängiges Erfolgshonorar (success fee) fällig.

Außerdem waren indische Unternehmen häufig über Möglichkeiten der Vertragsgestaltung zu beraten. So waren sie etwa auf die Bedeutung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen und auf die Möglichkeit hinzuweisen, sich durch einen Eigentumsvorbehalt weitgehend gegen Liquidationsprobleme des deutschen Partners abzusichern. Deutsche Firmen konnten auf die Möglichkeit eines in Indien durchaus üblichen Third-Party-Agreement hingewiesen werden, bei dem etwa in Werkverträgen die Abnahme des Werkes oder bei Kaufverträgen die Kontrolle der Waren durch eine Quality Inspection Agency wie TÜV, SGS oder Bureau Veritas vorgenommen wird.

Während meines Aufenthalts waren überwiegend Konkursfälle und Fälle der Schlechtleistung und Nichtleistung anhängig. Dabei ging es um die Durchsetzung von Liefer- und Zahlungsansprüchen und von Gewährleistungs- und Schadensersatz-ansprüchen sowie um Probleme bei der Zahlungsabwicklung. Dabei wurden Fragen des deutschen Gesellschafts- und Handelsrechts, des Konkursrechts und des Zivil- und Zivilprozeßrechts sowie des deutschen und des indischen Internationalen Privat- und Zivilprozeßrechts und des indischen Foreign Exchange Regulations Act (FORE) berührt.

3. Kontakte

Den Rechtsreferendaren wird an der DIHK Kalkutta für die Ausübung ihrer Tätigkeit großer Spielraum eingeräumt. Es ist den Referendaren selbst überlassen, Betriebsbesichtigungen und Gesprächstermine zu vereinbaren, Messen und Ausstellungen zu besuchen, Kontakte zu örtlichen Unternehmern, Rechtsanwälten, Handelskammern und Wirtschaftsförderungsinstituten, aber auch zu caritativen Einrichtungen wie Straßenkinderprojekten (z.B. Don Bosco Ashalayam) oder zu den Einrichtungen der Missionaries of Charity der verstorbenen Mother Teresa oder auch zu den örtlichen deutschen Einrichtungen wie dem Deutschen Generalkonsulat Kalkutta (wo gleichfalls Referendare ausgebildet werden) und dem Goethe-Institut zu suchen.

So habe ich u. a. an der Vorbereitung und Durchführung der Calcutta Fair ‘98 mitgewirkt, dank persönlicher Kontakte für den deutschen Generalkonsul und den Kanzler des Deutschen Generalkonsulats in Kalkutta einen Besuch des Petrochemischen Industrieprojekts von Haldia, einem Hafen ca. 50 km südlich von Kalkutta, arrangiert, deutsche Geschäftsleute bei einem Besuch verschiedener Firmen in Kalkutta begleitet und an einem Technologie-Symposium Baden-Württembergischer Firmen in Delhi teilgenommen sowie Maschinenbau-, Leder-, petrochemische und lebensmittel-verarbeitende Betriebe in Kalkutta und Kharagpur besichtigt.

4. Vorbereitungen und Ankunft

Rechtzeitig vor Antritt der Reise sollte mit den notwendigen Impfungen begonnen werden. Hierüber und über den empfehlenswerten Mücken- rsp. Malariaschutz beraten die meisten Ärzte und Apotheken. Auch die Gültigkeit der Krankenversicherung für das außereuropäische Ausland muß überprüft werden.

Indienreisende benötigen ein Visum. Sie werden erteilt von

  • Indische Botschaft (Konsularabteilung), Baunscheidtstraße 7, 53113 Bonn, Tel. 0228-540 41 32/540 51 33 für die Länder NRW und Bayern
  • Indisches Generalkonsulat, Mittelweg 49, 60318 Frankfurt/Main, Tel.: 069-15 30 05-0/-13/-45 für die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg
  • Indisches Generalkonsulat, Raboisen 6, 20095 Hamburg, Tel. 040-33 80 36 für die Länder Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen
  • Außenstelle der Indischen Botschaft, Majakowskiring 55 A, 13156 Berlin-Niederschönhausen, Tel. 030-480 01 78/482 71 72 für Berlin und die neuen Bundesländer

Dort müssen Formulare für den Visum-Antrag angefordert werden, die man aber auch in den Büros von Air India in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Stuttgart und München bekommen kann.

Beim Ausfüllen sollte beachtet werden:

Man sollte ein Visum für eine mehrmalige Einreise (multiple entry) beantragen, damit man nach einer Ausreise etwa nach Nepal oder einem plötzlich notwendig werdenden kurzzeitigen Rückflug nach Deutschland wieder zurückkehren kann.

Beim Zweck der Reise (object of journey) muß auf jeden Fall klargemacht werden, daß man in Indien kein Einkommen bezieht. Man sollte sich deshalb der Begriffe Praktikant oder trainee enthalten. Die indischen Konsularbeamten interpretieren dies so, als erhalte man von seiner Praktikumsstelle ein Praktikantengehalt. Statt dessen kann man bedenkenlos Rechtsreferendar oder Student schreiben und ein Touristenvisum für 3 oder 6 Monate beantragen; keinesfalls zu kurz, denn eine Visumverlängerung in Indien ist, wenn überhaupt möglich, eine Tortur.

Auch der Flug sollte frühzeitig gebucht werden. Kalkutta ist nur unzureichend an den Internationalen Flugverkehr angebunden. Obwohl von den mir bekannten indischen Flughäfen (Delhi, Bombay, Bangalore, Hyderabad, Cochin, Kalkutta sowie Kathmandu in Nepal) Kalkutta den bestausgestatteten Flughafen besitzt, wird der International Terminal derzeit nur von drei Fluggesellschaften (British Airways, Thai Air, KLM) angeflogen. Ansonsten kommt nur eine Anreise über Bombay oder Delhi mit einem Inlandsweiterflug nach Kalkutta in Frage. Dabei müssen aber lange Zwischenaufenthalte an den sehr unwirtlichen Flughäfen Delhi oder Bombay in Kauf genommen werden; in beiden Städten liegen zudem der International Airport und der Domestic Airport einige Kilometer voneinander entfernt.

Der Flughafen liegt im Nordosten der Stadt. Nicht immer ist es möglich, vom Wagen der Handelskammer abgeholt zu werden. Dann benötigt man für den Flughafentransfer ein Taxi. Es gibt einen Pre-Paid Taxi Counter, an dem man ein Ticket für ein Taxi kaufen kann. Dadurch erspart man sich bereits die erste Auseinandersetzung mit Taxifahrern, denn diese weigern sich in Kalkutta oft, den Zähler (meter) anzustellen. Zudem sprechen und verstehen die Taxifahrer in Kalkutta oft nur bruchstückhaft Englisch und kennen auch die kleineren Straßen in der riesigen Stadt nicht. Man sollte die DIHK deshalb bitten, eine Wegbeschreibung oder besser eine Wegeskizze mit der näheren Umgebung der Handelskammer und/oder der Wohnung zu schicken, die man dem Taxifahrer in die Hand drücken kann.

Eine Kleidungsordnung im eigentlichen Sinne existiert in der DIHK nicht. Jeans oder gar Shorts und T-Shirt wären im Büro jedoch unangebracht. Herren sind mit einer dunklen Hose und einem kurzärmeligen weißen oder schlicht einfarbigen oder dezent gemusterten Hemd für jede Gelegenheit passend gekleidet; eine Krawatte ist nicht unbedingt erforderlich, aber jedenfalls nie verkehrt; für Sakkos ist es in der Regel zu warm. Für besondere Anlässe wie Empfänge sollte man aber ein gedecktes Sakko dabei haben. Zu bedenken ist jedenfalls, daß Europäer in Indien eine hohe Reputation genießen, und man von ihnen in der Regeln ein gepflegtes Auftreten in Benehmen und Kleidung erwartet.

Das indische Essen ist für viele Europäer ungewohnt. Wegen der reichlichen Verwendung zahlreicher Gewürze schmecken die meisten indischen Gerichte für den europäischen Gaumen in den ersten zehn Tagen ununterscheidbar ähnlich. Nach einigen Tagen stimmen sich die Geschmacksnerven aber darauf ein, und man wird finden, daß die indische Küche reichhaltig und schmackhaft ist. Die bengalische Küche ist im indischen Vergleich weniger scharf, Chili, die gefährlichste Waffe in der Hand indischer Köche, kommt weniger zum Einsatz als anderswo. Abwechslung zur indischen Küche findet man in Kalkutta in einigen chinesischen Restaurants sowie in den Restaurants der größeren Hotels (Hotel Oberoi Grand; Hotel Taj Bengal; Park Hotel; Hotel Hindustan International; Hotel Astor), die zum Teil auch europäische Speisen servieren. Die hygienischen Verhältnisse in den besseren Restaurants sind in Kalkutta jedenfalls nicht schlechter als in anderen Metropolen Asiens. Gute Restaurants findet man vor allem am westlichen Ende der Park Street (Peter Cat, Blue Fox, Bar B Q), aber auch anderswo in der Stadtmitte (Golden Harvest und Chinese Valley in der Sarat Bose Road, Amber in der Waterloo Street). Die chinesischen Restaurants in der China Town werden gleichfalls gelobt.

Hinsichtlich des Einkaufens gilt, daß es kaum etwas gibt, was man in Kalkutta nicht bekäme. Allerdings gibt es keine großen Kaufhäuser, in denen man alles unter einem Dach vorfinden kann. Das macht für den Europäer (und übrigens auch für die Inder) das Einkaufen mühsam. Man sollte jedenfalls einen Vorrat an notwendigen Utensilien für ca. eine Woche mitnehmen. Solange dauert es unter Umständen, bis man die benötigten Nachschubquellen ausfindig gemacht hat. Das Personal der DIHK ist bei den ersten Einkaufsgängen aber gerne behilflich. Die besten Einkaufsgegenden sind die Shakespeare Sarani (früher Theatre Road und auch heute noch manchmal so bezeichnet), die Jawahar Lal Nehru Road (früher Chowringhee Road), der New Market und das Shopping Center Dakshinapan.

Wäsche kann man in Wäschereien waschen lassen. Man sollte jedoch keine teuren Kleidungsstücke nach Indien mitnehmen. In den Wäschereien werden die Wäschestücke oft übel malträtiert. Hemdkragen, Knopfleisten und dergleichen sind nach einigen Monaten etwas mitgenommen. Auch wird keine Unterwäsche angenommen!

Den Zahlungsverkehr kann man in den größeren Hotels und den besseren Restaurants Kalkuttas und in vielen, aber bei weitem nicht allen Geschäften per Kreditkarte abwickeln. Daneben ist der Umtausch von Traveller Cheques und Bargeld möglich.

In Indien bieten sich zahllose Reiseziele an. Flugtickets sind jedoch teuer. Rückflugtickets kosteten mich nach Delhi 360 US $, nach Kathmandu 7.400 Rupien und nach Cochin 16.000 Rupien.

Zugfahrkarten sind hingegen sehr billig, das Eisenbahnnetz ist sehr dicht und man kommt überall hin. Wegen der Größe des Landes und der Langsamkeit der Eisenbahn sind Züge aber untauglich, um große Strecken zurückzulegen. Trotzdem gehören Zugreisen zum Indienerlebnis, und es gibt lohnende Reiseziele, die nah genug sind, daß man sie mit einem Nachtzug für einen Wochenendausflug erreichen kann, wie etwa in Orissa die Strände von Puri oder Konarak mit seinem Sonnentempel, oder in Westbengalen Darjeeling mit Blick von den Teeplantagen auf den Kanchenjunga, einen der Achttausender Nepals, oder Shantiniketan, den Ashram des indischen Literaturnobelpreisträgers Rabindranath Tagore.

5. Wohnung

Beim Arrangement einer Unterkunft ist die DIHK behilflich. Sie hält eine Liste mit Vermietern vor, bei denen man sich für die Zeit der Wahlstation oder eines Praktikums einmieten kann.

Als Mietpreis muß man ca. 6000 Rupien monatlich, zahlbar jeweils zum ersten des Monats im voraus bar, kalkulieren. Inbegriffen ist in der Regel das tägliche Frühstück.

Damenbesuch bei Herren bzw. Herrenbesuch bei Damen ist in der Regel unerwünscht, wenn es sich nicht gerade den Verlobten oder die Verlobte handelt.

6. Abschlußbemerkung

Abschließend bleibt zu bemerken, daß das Leben in Kalkutta sicherlich nicht einfach ist. Kalkutta ist eine Stadt der Extreme, ist anstrengend und verlangt starke Nerven. Alle Probleme Indiens kommen hier zusammen und werden unverblümt sichtbar. Wer jedoch belastbar ist und die Bereitschaft mit bringt, sich auf eine völlig fremde Kultur einzulassen und den Lebensstil nicht ständig an mitteleuropäischen Maßstäben zu messen, wird von dieser mannigfaltigen Stadt schnell fasziniert sein. Auch noch nach Wochen und Monaten gibt es kaum einen langweiligen Straßenzug. Nichts ist ungerechter als die ständige Konnotation mit Mutter Teresa, Sterben und Tod, denn die Stadt lebt in jedem Winkel, und überall pulsiert das Leben.

Ich verbuche meine Ausbildung in Kalkutta daher als unschätzbare persönliche Bereicherung und die Tätigkeit in der Handelskammer als Gewinn für das heute für Juristen erforderliche Verständnis für wirtschaftliche Vorgänge und Probleme im grenzüberschreitenden Waren- und Zahlungsverkehr.

INFORMATIONEN:

AUFENTHALTSERLAUBNIS:

Drei- oder sechsmonatiges Touristenvisum zu beantragen bei:

  • Indische Botschaft (Konsularabteilung), Baunscheidtstraße 7, 53113 Bonn, Tel. 0228-540 41 32/540 51 33 (für die Länder NRW und Bayern)
  • Indisches Generalkonsulat, Mittelweg 49, 60318 Frankfurt/Main, Tel.: 069-153005-0/153005-45/153005-13 (für die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg)
  • Indisches Generalkonsulat, Raboisen 6, 20095 Hamburg, Tel. 040-33 80 36 (für die Länder Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen)
  • Außenstelle der Indischen Botschaft, Majakowskiring 55 A, 13156 Berlin-Niederschönhausen, Tel. 030-480 01 78/482 71 72 (für Berlin und die neuen Bundesländer)

Antragsformulare auch erhältlich in den Büros von Air India in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Stuttgart und München

UNTERKUNFT:

Deutsch-Indische Handelskammer in Kalkutta verfügt über eine Adressenliste und kann auf Wunsch eine Unterkunft besorgen

BEWERBUNG:

Indo-German Chamber of Commerce
Maker Tower ‘E’, 1st Floor
Cuffe Parade
Bombay (Mumbai) - 400 005
Tel.: 0091-22-218 6131
Fax: 0091-22-218 0523
e-mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

BEWERBUNGSUNTERLAGEN:

rechtzeitige formlose Bewerbung mindestens ein Jahr im Voraus mit Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Photo und Zeugnissen

AUSBILDUNGSDAUER:

mindestens 3 Monate

AUSBILDUNGSSCHWERPUNKTE:

  • Wirtschaftsrecht, Handelsrecht; Insolvenzrecht
  • Zivil- und Zivilprozeßrecht
  • Internationales Privat- und Zivilverfahrensrecht

SPRACHKENNTNISSE:

Englisch

KRANKENVERSICHERUNG:

außereuropäisches Ausland

LITERATUR (Auswahl):

Reiseführer:

  • Baedeker: Indien; 1. Aufl., 1997; 59,80 DM; ISBN 3 89525 139 9
  • Barkemeier, Thomas: Indien – Der Norden; Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH, 2. Aufl., 1996; 44,80 DM; ISBN 3 89416 223 6
  • Bradnock, Robert: India Handbook; Footprint Handbooks, England, 6. Aufl., 1996; 70,50 DM ($ 29,95); ISBN 0 900751 77 0
  • Finlay, Hugh: India - Guidebooks; Lonely Planet Publications, Australien, 6. Aufl., 1996; (US$ 24,95); ISBN 0 86442 321 7 (auch in Deutsch erhältlich)

Landeskunde:

  • Collins/Lapierre: Gandhi – Um Mitternacht die Freiheit (Freedom at Midnight); Goldmann Verlag,12. Aufl., 1984; 16,90 DM; ISBN 3 442 06759 6
  • Naipaul, V. S.: Indien. Ein Land in Aufruhr (India. A Million Mutinies Now); Deutscher Taschenbuchverlag, München (William Heinemann, London 1990), 1994; 29,90 DM; ISBN 3 423 11890 3
  • Rothermund, Dietmar: Indien: Kultur, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Umwelt; C.H. Beck, München, 1995; ISBN 3 406 39661 5
  • Schweizer, Gerhard: Indien: ein Kontinent im Umbruch; Klett-Cotta, Stuttgart, 1995, ISBN 3 608 91410 2

Religion:

  • Becke, Andreas: Hinduismus zur Einführung; Junius Verlag, Hamburg,1. Aufl., 1996;19,80 DM; ISBN 3 88506 934 2
  • Mall, Ram Adhar: Der Hinduismus: seine Stellung in der Vielfalt der Religionen; Primus Verlag, Darmstadt, 1997; ISBN 3 89678 057 3
  • Stukenberg, Marla: Die Sikhs: Religion, Geschichte, Politik; C.H.Beck, München; 16,90 DM; ISBN 3 442 06759 6

Romane und Dichtung:

  • Anand, Mulk Raj: Der Unberührbare (The Untouchable); Unionsverlag,1. Aufl.,1992; 14,00 DM; ISBN 3 293 20018 4
  • Grass, Günter: Zunge zeigen; Luchterhand, 1991, ISBN 3 630 61970 3
  • Kade-Luthra, Veena: Sehnsucht nach Indien: ein Lesebuch von Goethe bis Grass; C.H. Beck, München, 2. Aufl., 1993; ISBN 3 406 34042 3
  • Lapierre, Dominique: Stadt der Freude (La cité de la joie); Goldmann Verlag (Éditions Robert Laffont, Paris), 5. Aufl., 1993; 14,90 DM; ISBN 3 442 42228 0
  • Mehta, Gita: Snakes and Ladders; Random House UK, London (Martin Secker & Warburg, Great Britain), 1997; ISBN 0 7493 9476 5
  • Roy, Arundhati: Der Gott der kleinen Dinge (The God of Small Things); Karl Blessing Verlag, München (Harper Collins, London), 4. Aufl., 1997; ISBN 3 89667 020 4
  • Rushdie, Salman: Mitternachtskinder (Midnight’s Children); Knaur, München (Jonathan Cape, London), 1995; 16,90 DM; ISBN 3 426 60 284
  • Rushdie, Salman: Haroun and the Sea of Stories; Penguin Books India, New Delhi
  • Sallenave, Danièle: Indien oder die Verwüstung der Welt (Le principe de ruine); Carl Hauser Verlag, München/Wien (Gallimard, Paris, 1994), 1996; ISBN 3 446 18542 9
  • Seth, Vikram: A Suitable Boy; Penguin Books India, New Delhi, 1997